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Bezirksprojekt 2017

Der Bezirksvorstand organisiert heuer ein Projekt zum Jahresthema der LJ OÖ "Dorfverstand - bewusst regional". Hierfür soll sich jede Ortsgruppe ein altes Handwerk anlernen und einen Bericht mit aussagekräftigen Fotos darüber verfassen. Wir haben uns dazu entschieden, den Weg von der Milch zur Butter zu verfolgen. Vor unserem Filmvortragsabend haben wir uns beim Freibuchnerbauer getroffen. Bereits einen Tag vorher mussten wir die Milch stehen lassen, damit sich der Rahm absetzt. Schritt für Schritt hat uns die Bäuerin gezeigt, wie man dann daraus Butter macht. Mit unserem selbst angefertigten Buttermodel ist so nach kurzer Zeit ein wunderbares Butterstück entstanden. Alle waren begeistert, wie einfach und schnell das geht. In dem Buch "Kunst ned an Handwerker brauchen" werden alle Handwerke zusammengefasst und auf dem "Landwerksmarkt" am 10. September beim Haiderhof in Uttendorf präsentiert.

Von der Milch zur Butter

 

Es gibt wohl nichts Köstlicheres als selbstgemachte, frische Butter. Am besten auf einem knusprigen Bauernbrot, mit Schnittlauch bestreut. In den Genuss einer selbstgemachten, echten Bauernbutter sind jedoch vermutlich die wenigsten von uns jemals gekommen. Schließlich kauft man die Butter heute einfach im Geschäft, wo sie nahezu immer gleich schmeckt.

Früher war das anders. Bis in die erste Hälfte des vergangenen Jahrhunderts war es Gang und Gebe, dass auf den Bauernhöfen, zumindest für den Eigenbedarf, Butter hergestellt wurde. Dazu waren vielfältige Geräte und Methoden im Einsatz, regional gab es auch Unterschiede in der Herstellung. Vom Prinzip her funktioniert das Buttern jedoch immer gleich. Wenn jetzt dein Interesse geweckt wurde und du vielleicht sogar mit dem Gedanken spielst, selbst einmal echte Bauernbutter herzustellen, dann lass dich nicht aufhalten. Nachfolgend findest du eine Anleitung zum Buttern.

 

Du benötigst:

  • 10-15 l Rohmilch, am besten direkt vom Bauernhof

  • ein Butterfass (alternativ ein Handmixer)

  • ein Sieb

  • eventuell ein Buttermodel

Und so geht´s:

 

1. Rahm abschöpfen

Um von der Milch zur Butter zu kommen, muss die Milch als allererstes in ihre Bestandteile getrennt werden. Zur Butterherstellung wird nämlich nur der Rahm gebraucht. Dazu wird die Milch in hohen Gefäßen für 12 Stunden kalt gestellt. Während dieser Zeit setzt sich der Rahm an der Oberfläche ab und ist bereits klar erkennbar. Die Rahmschicht wird nun vorsichtig mit einem Schöpflöffel abgeschöpft und in ein extra Gefäß gegeben. Was übrig bleibt ist Magermilch. Anschließend wird der Rahm zur Reifung etwa einen Tag lang stehen gelassen.

2. Butter schlagen

Der (gekühlte) Rahm wird nun in das Butterfass gegeben. Nun heißt es rühren, rühren und nochmals rühren. Das Ganze soll so gleichmäßig wie möglich vor sich gehen, hat man mit einmal begonnen sollte man auch keine Pause mehr einlegen bis die Butter nicht fertig geschlagen ist. Nach 10-20 Minuten kurbeln sollte die Butter dann auch schon geschlagen sein. Man merkt das, indem sich plötzlich Butterklumpen bilden und der Rahm nicht mehr als einheitliche Masse vorliegt.

3. Butter waschen

Als nächstes muss die Butter gewaschen werden. Dazu nimmt man zuerst ein Sieb und seiht die Butterklumpen aus dem Butterfass ab. Die daraus entstandene Flüssigkeit ist Buttermilch und kann auch getrunken werden. In den vorhandenen Butterklumpen ist aber immer noch Buttermilch enthalten und diese gilt es nun herauszuwaschen. Dazu gibt man die Butter in eiskaltes Wasser und knetet sie sorgfältig. Das Wasser wird anfangs schnell trüb, das ist die Buttermilch die austritt. Der Vorgang wird mit frischem, kaltem Wasser mehrmals wiederholt. Bleibt das Wasser dann einigermaßen klar, so ist die Butter fertig gewaschen.

4. Butter auskneten und formen

Als letzten Schritt gilt es nun noch das in der Butter vorhandene Wasser auszukneten. Dazu gibt man den Butterklumpen auf ein mit kaltem Wasser abgespültes Schneidebrett und knetet ihn durch. Sogleich tritt Wasser aus der Butter aus. Nach ein paar Minuten ist dieser Vorgang abgeschlossen und die Butter ist nun endgültig fertig. Entweder man formt sie jetzt einfach mit der Hand zu einem Butterstück, oder man gibt die Butter in ein Model. Ein Buttermodel ist eine Form aus Holz, welche meist mit kunstvollen Schnitzereien versehen ist. Das Model wird vorher mit eiskaltem Wasser ausgespült, dann wird die Butter hineingedrückt. Anschließend wird die Butter auf ein Teller gestürzt, die Muster des Models sind nun kunstvoll in die Butter eingedrückt.

Gelagert werden kann die selbstgemachte Butter ganz normal im Kühlschrank sofern sie bald verzehrt wird. Ansonsten lässt sie sich auch sehr gut einfrieren und dann bei Bedarf einfach auftauen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

 



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